Sunday, 4 February 2018

Der Parkbank Pinkler: Rücksieb Zin

„Man nennt es Fortschnitt.”
—nicht zurückzuführen


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»Of all the fucking gall.« sagt er. Leo missversteht, denkt, die Galle soll alle sein, was hieße, eine Leberkrankheit oder ähnliches. In Wirklichkeit ist er nur sauer. »Nein. Nicht die Galle. Es hat nichts mit der Gal'nblase oder sonst was Körperliches zu tun!« Außer der Tatsache, dass er zittert, wenn sauer, denkt Leo. Eventuell ist er jedoch wütend. Er zeigt es nicht äußerlich, womöglich deswegen das Zittern so'n Bisschen gerade. Sieht nicht aus wie die Wut, tut aber so, als wäre es sie verbergen. Vor wem? Vor allen. Vor dem vor sich. Vielleicht vor der Nähe.

Leo hat Angst vor Krankheiten der Organe. Als Kind dachte er, die Leberzirrhose wäre ein Rettungskleid. Sanitätersbuxe oder sowas. Das ist schon eine Weile her. Als bürgerlicher Leo auf dem Weg zum „Olli” war, hat er schon ein paar Stücke verloren. Nach einem Maulvoll von Milchzähnen, die Mandeln mit fünf, den Blinddarm mit sechzehn, und wenn das für ihn kein schlechtes Zeichen war, ein Auge im folgenden Jahr, ist das ein Leben, das schon vieles erlebt hat.

»Die unnötigen« sagt er Leo, aber nicht als wäre er selber davon überzeugt, jedoch irgendwie überzeugend. So wirkt er. »Alles wovon wir mehr als eins haben... und auch noch mehr. Eine Niere braucht man auch nur eine. Sobald wir soweit kommen, sicher nur eine Lunge.« Das beruhigt Leo ein Bisschen. »Aber nicht zu unseren Lebenszeiten. Also Achtung Lungensklerose!«

Er macht sich fast in die Hose vor Lachen als ihm Leo erzählt, dass wegen des fehlenden Auges wurde er für den Wachturm bestimmt. »Da haben die Stossis das Polyphemlein als Teleskop erdacht!« und lacht und lacht und lacht. Weit fern von der Tatsache ist er nicht. Mit dem einen Auge konnte er noch gut durch das Zielfernrohr gucken. So klein im Turm sah er aber nicht aus, denkt Leo. Nicht von unten.

Einen Tick auf die Nerven geht die Hänselei, aber Leo zieht diese dem Ärger vor, zumal den, durch eine eingebildete Tabakbeutelbeute ausgelöst.

Sunday, 28 January 2018

Merkelei gerahmt

In response to a request that the Chancellor be placed in proper perspective:

Merkel framed in Davos - 2018

In spite of her by now iconic triAngela-ting hand gesture and her chart-peaking approval of the export of military product, the reported victims of which would make one wonder how such policy could continue (short of it's really being part of an ongoing racket), it is unfair to implicate her at the top of the pyramid, unless it's part of the imagination of one's dreams of personal posterity.

Speakin' o'... this is as good a tale of Davos '18 as one'll read.

Thursday, 25 January 2018

Old, you're up! — Alt is' euer Opa!

These aged incontinent feed their fat livers sausage & sour cabbage as their still young, former Rothschild Investor calls for equity in all things at the round table. The joke is not lost on Aging Mother, who due to disinterest in the direction of the slopes and difficulty of the climbs can act as if theirs is not a far-removed indulgence of net neutrality where she & her collegial collaborator of an ostensibly vast divergence of bureaucratic bent after all still today are of an age climbing more than marginally faster than their villagers' respectively reformed, gradually growing ages of retirement. Their foil foments Friday but beforehand bears out as if by default of unquestioned contrast of mental health the wholesomeness of their indigestible diet. This capital cuisine is implied in a posture of a culture currently more welcoming, which counters the monocultural gauche & gaudy golden arches burning both ends of every economy, though no fancy font found in the menu lists the non-negotiable unanimity of fiery fraternal export, getting the goose cooked where the spit turns the other way round. 

Diese alten Inkontinenten füttern ihre Fettlebern Würstchen & Sauerkraut während ihr jüngere, ehemalige Rothschild-Investor Gleichberechtigung am runden Tisch bedingt. Der Jux ist Alternder Mutti nicht verborgen geblieben. Dank ihres Desinteresses an der Richtung der Pisten und den Schwierigkeiten der Aufstiege, kann sie so tun, als frönten sie nicht aus weiter Entfernung der Nettoneutralität, wo sie und ihr angeblich vom hochpolitischen Hang abweichende kollegiale Kollaborateur immerhin heute noch unwesentlich schneller altern als das reformierten Rentenalter ihrer jeweiligen Dörfler. Ihr Gegenstück facht Freitag an, bekräftigt aber im voraus — als sei automatisch einer unbestritten Kontrast der geistigen Gesundheit vorhanden — die Bekömmlichkeit ihrer unverträglichen Kost. Diese Kochkunst nimmt die Haltung einer derzeitig stärkeren Willkommenskultur ein und entgegenwirkt dem monokulturellen Gauch & seinen knalligen goldenen Bögen, mit deren Gesundheit weiter jeder Wirtschaft gewüstet wird. Dafür aber listet keine kunstvoll schrille Schriftart auf der Speisekarte das nicht verhandelbare Einvernehmen des feurigen fraternal Exports auf, wo andere erledigt und geliefert sind, wo auch immer der Spieß sich andersrum dreht.

Sunday, 21 January 2018

Der Parkbank Pinkler: rück ach' zehn

Dit jeht bis „du”.
—Jofine Greetj Tuchholz

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Ein Stoff wirkt und bestimmt wo wir gerade bei... dem Erzählstoff, dessen Gewebestoff, also dess'n Werkstoff, auf alle Fälle interpretiert durch die Stoffenstoff... warte! Was soll nun die Stoff? Wie wir merken, wegen der die, oder wie wir hier nun sagen, die dieetwegen, hat die nicht mit Materien zu tun, obgleich im Sinne von Geschichten, oder was wir toll im Trend tragen, aber doch das, was mit den Sternen spinnt. Sie ist weder 'ne Droge noch Schnaps, sonst wird sie hier nun das Stoff genannt und daher nicht sie sondern es, obwohl wir insistieren „Gib die denn her!”

Kennste die Lösung? Die ist morbidzarr. Uneingeschränkt unnötig verzwirbelt und grauenvoll. Was für ein Stoff könnte eine Stoff sein? Gibste auf?

»Denn gebich nixaus.« Derart O'Populär, gleich „Arto” gennant — sowie „Do op” und „Art Do op” aber bei Atzen eher „Do”, gekannt durch in die Archiven von nun, obwohl das Konzept der nämlichen Platte aus dem Kopp von der Muse vom Gitarristen Ivan Gawn stammt —, schließt verstümmelte Wortpaare stets doppelt der Reihe nach zusammen. »Allewat wirmachen, det wiralle jleichmachen.«

Wie wir alle gleich leiden, meinte Do. Und während Do wirklich die Sache wegen der Stoff nicht verraten wollte, im Allgemein bestand Do drauf, persönliches Leid für sich zu behalten. Es war Do Leid zu tun, irgendwas Neigbares zur Nachempfindung bekannt zu geben. Auch dies war von der Muse von Ivan Gawn geprägt. Sozusagen bloß. Zwecks Bildung hatte die Muse einen Archetyp genannt: Dieser Typ bereite der Frau ihren Kummer verdoppelt, indem er versucht, Vorschläge zum Lösen des von ihm wahrgenommenen „wirklichen Problems” zu machen. Mit dem Versuch fast ausschließlich  „Frauenprobleme” sofort aus dem Weg zu fegen, würde er sie kleinreden. Erniedrigt davon würde u.a. auch die Freundin, die Liebhaberin, die Frau.

Heute wird dieses Phänomen als eine Art „Mansplaining” erkennbar und dementsprechend so eingeordnet, aber die Muse erkannte, warum Männer das wirklich machen. Auch wenn ein Mann was für seine ererbte Überlegenheit und vielmehr sein eingeborenes Überlegenheitsgefühl Buße tun könnte, könne er nichts dafür, dass er wie sonst allermeisten Menschen aus nachempfundenen Sorgen agiere, will er die Qual entgehen. Jedenfalls zur Vermeidung des Leids.

In engeren Sinn heißt „dabei”, dass das Wir zusammenführt, was auch immer noch zusammen fährt. Häh? Wie ist das hierhin gekommen? Entschuldigung. Die Blätter bluten ebenfalls.

Es wird nun schwer wieder damit fortzuführen, woletzt ich gerade bei war. Nun ja, die Sachen sind Stoff, und der Stoff ist die Sache. Also...

»Obwohl es vorgeblich viele gibt, vermeintlich unzählig viele, die nicht wie Do zusammenbrechen, werden sie auch vernichtet. Alles, was wir nun erleben und erleiden gehen in die Archiven von nun.« Witz ist, dass Ivan Gawn nicht wusste, die Muse hat den Satzanfang von Blutkotzenden Goten parat. Davor stammt es aus fernerem Afflatus, aber die Muse hat er zu Ende gebracht. So ist die Archiven von nun entstanden.

Nicht hiermit! zumindest nicht explizit
Hermit zusamengefasst alles
Was wir leben und leiden

Es war zu der Muse keine Überraschung, dass dem Gitarristen das Stück unbekannt war, aber Do? Das schien der Muse egal zu sein. Wo waren wir? Ach, ja, das Schema. »Egal wie hart unsere Zeiten für uns, sind unsere Zeiten für andere noch härter.« meinte die Muse, hinführend zum zweiten Archetyp. Diesen nannte die Muse ein „Urbild”. Dieses sei eine feminine Figur, eine übernommene Rolle, sehr ein „lass mich dir die Last nehm'm” Wesen, voller Empathie. Tatsächlich sei sie so vollgestopft mit Mitgefühl, dass die Figur nur wissen würde, dem Objekt der Empathie erschwerte Schwierigkeiten zu bereiten, indem sie ihre Finger überall drin haben müsse, um den Schmerz zu lindern. Allerdings seien im urbildlichen Sinne die Fingerabdrücke der Beweis dafür, dass den Gegenstand des Kummers bis zum Lebensende nie wieder in Ruhe gelassen würde. Wie die Empathie verdinglicht, verbraucht und verwahrlost, so ist der Kranker Gebrauchsgut bis aufgebraucht, wobei fortlaufende Berichte über die dollste Details von dem Schmerz und sonstigen feinen Gefühlen zum Konsumentenschutz zu erstatten wäre. Und wo dieses Gutgefäß gerade bei wäre, einen Umweg steuern zu lassen, anstatt auf Muse zu horchen... bereite das Ausweich-Archetyp dem empfindlichsten Urbild Kummer auf Pein und damit schießt sich die Krise ins Knie.

So Do: »Die Muse WEIStschnell DRAUfin, dass die Muse-UHR BildIST weder weibliche noch Männersache.« Geschechtszuordnung tauche bei Projektionen anderer Urbilder. So die Muse: »Auch den Beweis für die Züge diverser Archetypen können dadurch gefunden werden, indem, also, so einer [man], unabhängig vom Ursprung dieselben Texte hervordichtet, wie sich das gelehrte Aufrufen.«

Zwischen der Beseeltheit von den Goten und der Muse von Ivan Gawn, wiederso die Muse, geprägt wurde von dieser Derart O'Populär weder durch originale Äußerungen noch geborgte Verschwommenheiten. Geprägt würde der gewesen, den wir hier nun nur O.D. nennen (nahab ickdoch gesagt, die Sache entsteht aus Grauen), über sein ineinander schachtelbares Wesen aus dem Kernschatten von tiefst drin. Das ist die Stoff.
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Sunday, 7 January 2018

Charge of the League Brigade

Never let labor-adverse ass lickers, let alone the latent or loyally bigoted, use labor's level of compensation to curry disfavor in their disputes. If the laborer is a multimillionaire, he or she may be judged according to your private principles in private but this should not pertain materially to the mediation of contested contractual obligations.

The in real-time adjudicators of professional sports competition labor under pressure of great scrutiny. One might say that the subjects of the object that they scrutinize under this scrutiny, the athletes, are under even more pressure of scrutiny, being as they are at the center of considered surveillance whenever they are on the job, but also when they attempt to live a private life with the public eye always at their periphery. Plus, the amount of time the athlete must spend in intense labor just to maintain the ability to fulfil the implications of their contractual obligations goes well beyond the time spent to prepare to referee their contests fairly, for which, it is frequently argued, they are provided more than adequate recompense. When, however, one makes this latter consideration, one should consider as well the future physical & mental condition of the retired athlete, the costs of surgeries and longterm treatment and other care, and the probability of suicide or other sudden death or debilitating disease.

Wednesday, 3 January 2018

Der Parkbank Pinkler: rückneunzehn


.XIX . ..

Erinnert worden bin ich an eine Freundin, die ich, zusammen mit der Entscheidung diese Gemeinde meine Bleibe zu machen, auf einer Party getroffen hatte. Auf dem Dach im Julimorgengrauen mit Rundumblick — was heißt, wie einer sehen konnte, eine freie 360° Aussicht von wo auch immer — war das erste Mal, wobei ich dachte, vielleicht ist dieser Scheißsehturm, dem man auf jedem T-Shirt und Schlüsselanhänger und jeder Postkarte entgegen tritt, dagegen attraktiv. Wahrnehmungsumstände schätze ich.

Sunday, 31 December 2017

Colonial Bread Letter 77: th'yere 'twere

Lee Evin is not the age of someone whose ears can miss the tastes of 1977. Not that he's heard Ornette Coleman's take on "Mary Hartman, Mary Hartman". Evin owns all of half his age in albums, though not even that really because none of them are outright his. Surely by now he's stopped listening to the Elvis soundtrack, whose appearance in the house might be strictly down to a glut of beat up records at the drug store. Or not.

Monday, 25 December 2017

Der Parkbank Pinkler: rückzwanzig


Aus unerkennbarem Grund, ohne Hand zu Fuß. Keinen Spaß macht das Spiel, tut aber kleiner Leid.
—Objet d'Art

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Infolge mehrerer persönlich lästiger Unerwünschtheiten pflege ich zur Vermeidung des Weiterleitens meines Leidens eine Zumutungsverweigerung. Die Frage ob sich diese Zurückhaltung von alleine hätte entwickeln können ist begründet. Ferner ist es fair zu fragen ob die Selbstentwicklung schlichtweg als unabhängig vom Zustand zu betrachten ist. Hauptsache ist sie ist sehr laut meines Erlebens wenn gar nicht nützlich nötig ohnehin.