Sunday, 12 October 2014

Der Parkbank Pinkler
Kapitel VII: Projektionen & Projektile

"It's a sweet little flyover"
Jayne Mansfield
VII.

Eine Kinderschaukel, zwei Geschwister. Auf jeweiligen Bretter schießen sie in die Höhe hin und her. Ein Ball, ein Junge. Dieser schießt jener an der Mutti vorbei. Ein Hund, kein Halter. Das Erstere scheißt auf den Spätsommer getrockneten Rasen. Ein Beobachter, zwei Augen. In den Letzteren sind alle glücklich bis auf den nicht spürbaren Hundebesitzer. Um die überfüllten Mülleimer häufen sich die Abfälle von denen, die auch sonst nicht zu sehen sind.



Ins All geschossen, aus dem selben wird geschossen auf die Erde hinab, grob fern gesehen und bedient, profilgezielt und gesteuert, gewiss was die da drüben machen, was die da nicht lieben. Wovor sie Angst haben glauben sie noch nicht. Oder doch.

Sie glauben automatisch alles, was sich nicht nicht zu glauben getraut wird. Vor einigen Jahren, bevor man die Ferngespräche aus der Hand bis ins Ohr hinleitete, glaubten alle, umsichtig und genervt von den Selbstgespräch führenden Verrückten zu sein. Nun sind sie nur genervt, meinen die Anderen sollten ihren Drahtlosen irgendwo anders machen und dann tippen sie ohne jegliches Ichbewusstsein eine Beliebige an, erzählen von der daneben sitzender Nervensägen, die sie gerade ertragen müssen.

Die Masten wissen was sie anrichten. Dafür gibt es Regeln aus der Wissenschaft. Die Menschheit will da nur, nach der Forschung Attributen zuschreiben, aber die Eigenschaften werden sie nie genauer anerkennen. Sie glauben entweder an den freien Wille der Überaffen als exklusiven Naturrecht, oder kontern, dass es gar keinen Willen gibt.

Aber wer sind diese Beobachter und wer betrachtet das alles hin, und wohin überhaupt mit dem Icherzähler? Einige sind schon lange tot. Kiek ma, wie sie im Sekundentakt die Schwelle überschreiten.


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Under the Overpass, Hammersmith-London - 2014